Das Leben ist kein Werbespot
Saturday, September 30th, 2006Es gibt ja diese T-Shirts, die, wenn sie einmal stinken, nie wieder aufhören. Selbst nach 1000 Wäschen nicht.
Gestern hatte ich - aus Versehen - so ein Shirt an. Puh! Nach der Arbeit hätte ich mich am liebsten mir Duftbäumchen behängt, um in der Bahn keine schrägen Blicke auf mich zu ziehen und nicht nach 5 Minuten alleine im Abteil zu sitzen. Zu allem Überfluß war es auch noch richtig sonnig und mir lief die Suppe nur so den Rücken runter. Einfach appetitlich.
In Dortmund angekommen, war ich schließlich mit angelegten Armen, minimalistischen Bewegungen und ohne Aufsehen zu erregen bis zur Straßenbahn-Haltestelle vorgedrungen und sehnte mich nach einem frischen Shirt und einer nicht überfüllten Straßenbahn.
Gerade war ich damit beschäftigt, nicht zu auffällig zum siebenundvierzigsten Mal am T-Shirt-Stoff im Achselbereich zu schnuppern, um zu testen ob ich bereits in die Gefahrenstufe “dunkelrot mit Sternchen” vorgedrungen war, da kam die Bahn.
Eigentlich war es gar keine Bahn, sondern eine riesige rollenden und aus allen Nähten platzende Werbefläche für “Spee MegaPerls”.
In jedem Werbespot wäre die schwitzende, klebrige Protagonistin in diese Bahn gestiegen und nach zwei Haltestellen blütenfrisch, jung, dynamisch, erfolgreich und von einem Schwarm Schmetterlingen umgeben wieder ausgestiegen.
Doch meine Hoffnung verpuffte, als sich die Türen öffneten, und mir das klassische Straßenbahn-Aroma entgegenschlug. Darum setzte ich mich zu drei Jungs auf einen Vierer. Ihre Döner übertünchten zuverlässig mein Problem und ich wechselte zu Hause mein T-Shirt.