Hamm – Der zweite Blick

Hamm Fotowalk 2016

Am 2. April habe ich an einem Fotorundgang mit angeschlossenem, kleinen Fotowettbewerb in der Hammer Innenstadt teilgenommen. Initiiert wurde das Ganze von der VHS Hamm, dem Hammer Geschichtsverein und dem Stadtarchiv Hamm.

Es ging darum, (architektonische) Details – an denen man sonst so vorbeischwirrt – zu entdecken und festzuhalten.

Bahnhofstraße bis Oststraße

Zu Beginn des Wettbewerbs wurde das gemeinsame „Untersuchungsgebiet“ für alle Teilnehmenden festgelegt. Thema war die Achse Bahnhofstraße – Westentor – Weststraße – Marktplatz – Oststraße.
Als „Untersuchungszeitraum“ wurden zwei Stunden definiert und das Ergebnis sollte exakt fünf Fotos umfassen, die dirket im Anschluss an der VHS abgegeben werden mussten.

Soweit so schwer.
Dafür dass man heute ja eher 200 Fotos in zwei Stunden macht, wenn man in die freie Wildbahn entlassen wird, fand ich es in diesem Fall schwer, überhaupt irgendein Foto zu machen.

In der Bahnhofstraße war es aber zunächst mal schwer zu entspannen, mit so einer Spiegelreflexmopped in der Hand. Zwar ist eine EOS 700D noch lange nicht der letzte Schrei auf der nach oben offenen Wahnsinns-Kamera-Skala, aber bei den dort herumstehenden Gestalten kam ich recht fehl am Platz vor.

Nach diversen „Hallo zeigst du Kamera“, „Frau, nix Foto“, und „Wasguckstdu?“ beschloss ich diesen Teil des „Untersuchungsgebiets“ zu überspringen.

Westentor? Anti-Taubenspieße und die Persil-Uhr. Weiter.

Nach einer guten halben Stunde machte ich tatsächlich mein erstes Foto.
Hamm - Der zweite Blick

40 Minuten – 1 Foto

Tatsächlich hatte ich das Tor mit dem Vögelchen in 12 Jahren Hamm noch nie gesehen. Das Plastikgestrüpp hingegen schon.

Recht schnell war mir klar, dass diese Detail-Kombination mein persönliches Lieblingsfoto dieses Fotorundgangs sein würde. Obwohl oder vielleicht auch gerade weil mein Finger 40 Minuten lang noch nicht mal den Auslöser gestreift hatte.

Dieses Foto fasst meine Meinung über Hamm geradezu perfekt zusammen:
Es ist einiges an schönem, liebevollen Potenzial (in so ziemlich jedem übertragenen Sinne) da, was mit einem ordentlichen Anstrich dazu geeignet wäre, über Jahre hinweg einen Beitrag zu einer interessanten, nachhaltigen Stadt zu leisten; aber irgendwie kommt immer wieder was dazwischen.

Für meinen Geschmack war ich nach diesem Foto schon fertig mit dem Fotowettbewerb, aber es mussten ja fünf Fotos sein.

Hamm - Der zweite Blick
Hinzu kamen also noch der fröhliche Marktplatz-Brunnenfuchs, dessen Habitat soeben vom freundlichen Straßenkehrer von diversen Coladosen, einer Eistee-Packung und einer größeren Gruppe Zigarettenstummel befreit worden war.

Hamm - Der zweite Blick
Ein Moment Geschäftsneueröffnungsromantik mit farblich passender Fahrradklingel.

Hamm - Der zweite Blick
Und ein farblich nicht passender Flicken.

Vielleicht doch noch was Hübsches

Auf dem Weg zurück zur VHS schwante mir dann doch, dass meine kleine Foto-Auswahl wohl eher nicht das war, was sich ein Heimatpfleger und ein Geschichtsvereinsmann wünschen von so einem Fotospaziergang.

Schon fast wieder an der Persil-Uhr beschloss ich, doch noch ein „hübsches“ Foto zu machen. Zeit war noch. Auch zum Umkehren und nochmal ganz genau Suchen.
Umgedreht habe ich mich. Weit zurückgehen musste ich zum Glück nicht mehr. Denn dort hatte ich direkt diese Ansicht aufgereihter Häuschen der Hammer Weststraße vor der Nase.

Klassisch „Hübsches“ fotografiere ich eigentlich nicht so gern. Interessanter finde ich skurril Hübsches, hässlich oder traurig Hübsches. Gerne auch extrem kitschig Hübsches und kaputt Hübsches. Dieses gleichmäßig Hübsche musste also für heute reichen.
Hamm - Der zweite Blick
Hat es sogar. Zum ersten Platz des Fotorundgang-Wettbewerbs.
Hamm - Der zweite Blick

Falls sich wer fragt:
Dafür rausgeflogen aus meiner ursprünglichen 5er-Serie war dieses Foto, das auch wieder in meine Lieblingskategorie „Kontraste“ fällt.

Hamm - Der zweite Blick

Sprachlos

sprachlos

Sketchbook people – Giving some digital air to the random creatures living inside my paper stacks

Sketchbook Creatures

skizzenbuch - lets go

Meine Sketchbook Creatures sind schon eine geraume zeitlang viel zu kurz gekommen. Jetzt geht’s endlich mal wieder weiter mit verschiedensten Kreaturen, die sich ohne konkreten Anlass in meinem Skizzenbuch ausbreiten und dann hier im Blog auch das digitale Licht der Welt erblicken.
Let’s go again!

Wall Design für Symantec Corporation, Los Angeles

Wall design for Symantec - Diana Koehne

Fotos: Stella S. Lee

Bei Symantec kümmert man sich um die Sicherheit im Internet. Da man dieses zu Großteilen aus recht grauen Cubicle-Landschaften heraus tut, wurden die kreativen Leute von Blik Wall Decals engagiert, um den Büros etwas mehr Leben einzuhauchen. (Hier gehts zu sämtlichen Wänden, die in diesem Zusammenhang wunderschön gestaltet wurden.)

Wall Design für etwas mehr Farbe im Büro

Ich durfte im Auftrag von Blik neben der Wand des Aufenthaltsraumes auch diese Cubicle Wand gestalten, die das „Paralleluniverum Internet“ als Unterwasserwelt zeigt, in der schädliche Einflüsse erkannt und gebannt werden müssen, um das anfällige System gesund zu halten.

Wall design for Symantec - Diana Koehne

mural_walldesign_diana-koehne-6

Wall design for Symantec - Diana Koehne

Wall design for Symantec - Diana Koehne

Wall design for Symantec - Diana Koehne

Hier entlang zu weiteren Beispielen für Wandgestaltungen.

100 Jahre Kapelle Petra Wimmelbild

Wimmelbild 100 Jahre Kapelle Petra

(Größere Ansicht)

JA! Kapelle Petra feiert Geburtstag! Und bei einem derartig runden Dingen, das reiiiin zufällig auch noch in den Release-Monat des neuen Albums „The underforgotten Table“ fällt, feiert man das Ganze am besten mit einer eigenen Ausstellung im Gustav-Lübcke-Museum in Hamm.

Ich habe das Kapelle-Jubelfest zum Anlass genommen und einige Textfragmente in ein Wimmelbild verwandelt.
Wer hier nix erkennt, kann es sich hier auch noch mal größer vor Augen rufen – oder einfach ins Museum marschieren.

100 Jahre Kapelle Petra
Bekloppten-Pop im Wandel der Zeit
17. – 28. Februar 2016
Gustav-Lübcke-Museum
Hamm

Wer mag kann hier sämtlichen Kapellen-Songs lauschen, um herauszufinden welche Textschnipsel ins Wimmelbild eingeflossen sind. Oder sich mit der folgenden Legende befassen (Achtung! Wahnsinniger Mouse-Over-Effekt!)

100 Jahre Kapelle Petra Wimmelbild

01
Und dann fragst du mich, was schaust du am liebsten an
– Naturfilme // Schrank –

02
Mit jungen Jahren spielt man nämlich Flunkyball
bis nichts mehr geht
– Endlich Festival // Internationale Hits –

03
„Das war über Bochum!“
„Was?“
„Über Bochum!“
„Saarbrücken?“
– Gewitter  // Stadtranderholung –

04
Glückliche Menschen zwischen den Bäumen, Bioladen und Straßencafé.
Früher waren hier öffentliche Klos und ’ne Pornofilm-Videothek.
Der allerletzte Revolutionär an diesem Ort
ist die hässliche Neon-Beleuchtung vom Matratzen-Concord.
Und dann überall diese erfolgreichen Familienväter mit Jack-Wolfskin-Jacken,
mit ihren Fahrradhelmen und Warnwesten und Gesundheitsschuhen und so
[…]
Wo sind eigentlich die Typen mit den Dreadlocks hin,
die sonst barfuß kiffend um die Häuser zieh’n?
– Überall diese erfolgreichen Familienväter // Internationale Hits –

05
Survival-Training im Sauerland,
ist nicht unbedingt Rock ’n‘ Roll.
[…]
Schuhe-Shoppen mit der Freundin
im Winterschlussverkauf
bis man denkt: „Narkose wär‘ jetzt toll“ –
ist nicht unbedingt Rock ’n‘ Roll.
– Geht mehr auf Konzerte // Internationale Hits –

06
Wenn der Muselmann im Krankenhaus liegt
– Wenn der Muselmann // Felsen –

07
Wenn Kapuzenpullover den Winter vertreiben
schwebt die Schwalbe überm Feld
– Alles Anders  // Stadtranderholung –

08
– Gewitter  // Stadtranderholung –

09
Hosenschlitzsolo
– Geburtstag // Schrank –

10
Sie trägt Rosen durch die Stadt
– Ich kann nicht so gut mit fremden Mädchen reden // Schrank –

11
Ich hab schon ein Geschenk, ein gelbes Huhn aus Kamerun.
Und sonst gar nichts.
– Karte an mich // Felsen –

12
Falls wir uns wiedersehn – würde ich so gerne mit dir was trinken
In „Dok Müllers Raketencafé“
– So Nicht Gewollt // Stadtranderholung –

13
Ein andres Mal im Einkaufsparadies,
sie mit ihrem Wagen gegen’s Sektregal stieß.
Dann das Regal das Gleichgewicht verliert –
schlecht den Wagen rangiert.
Sowas passiert nur ihr.
[…]
Ein weißer Kittelmann kommt angerannt.
Nach der Farbe seines Kopfes wohl wutentbrannt.
– Hedwig // Felsen –

14
Mit der alten Dame am Wegesrand an der Hand,
eine Pfütze uns im Wege stand.
Liebe Frau, ein wenig Mut, ein großer Schritt tut jetzt gut.
– Hedwig // Felsen –

15
Andere brechen durch den Garten, denen ist das Essen nicht bekommen.
König Kotze sagt: Tschüß Gäste, noch viel Spaß mit eurem Magen.
– Geburtstag // Schrank –

16
Heute ist Geburtstag, ich hab alles vorbereitet,
habe Dosenbier gekauft und auf dem Teppich ausgebreitet.
Bunte Kerzen aufgestellt und ein bisschen was zu essen,
nur der Kuchen ist noch im Laden, den hab ich leider dort vergessen.
– Geburtstag // Schrank –

17
Wir haben für ihn ein Pferd geliehn – er meint Dressurreiten wäre seine Disziplin
so graziös und elegant – wie das sonst nur der Prinz in den tschechischen
Kinderfilmen kann.
Nur eine Gazelle auf einem Pferd – war im Ansatz schon verkehrt
doch es gibt noch andere Möglichkeiten – er muss ja nicht unbedingt reiten
er kann ja auch Fahrrad fahren … oder schwümm
– Gazelle Trainiert Für Olympia // Stadtranderholung –

18
Außerdem hab ich den Kicker abonniert,
beim VfL-Stammtisch einen ganz festen Platz reserviert.
– Über Fußball reden // Internationale Hits –

19
Kaum auf der Welt schon trägt sie Ohrringe
und Lackschüchen und andere Dinge,
Zöpfchen wo fast keine Haare sind.
– Curley Sue ist doch kein Name für ein Kind aus Gelsenkirchen  // Stadtranderholung –

20
Nach langer Reise sind wir endlich da –
auf unwirklichem Land – Eis, Felsen, Sand
– Wo andere gehen // Internationale Hits –

21
An der Ostsee 1980 – wär ich gern in Warnemünde.
Mit Glen Danzig Soda trinken er wohnt ja nicht so weit
Antifaschistische Lieder singen am Sandstrand unterm Sternenzelt
Deine VEB-Gitarre und eine kleine heile Welt
– Wo ich gern mal wär // Schrank –

21
Russische Holzineinandersteckpüppchenverkäuferinnen ziehen durch das Land
– Wo ich gern mal wär // Schrank –

22
Die Kinder tranken fröhlich, frischgepresste Kuhmilch.
[…]
Die Kinder trinken fröhlich, frischgezapftes Königs.
– Protestlied // Schrank –

23
Ich mache Pause vor dem Baum im Dezember 2000
und alles sieht so aus wie im letzten Jahr.
Der Baum ist nicht der gleiche wie im letzten Jahrtausend;
statt Nordmanntanne Eiche.
[…]
Im Fernsehen singen die Menschen Lieder,
die Bäume tragen keine Blätter,
der Muselmann backt feine Plätzchen.
– Dezember 2000 // Schrank –

24
Alles ist vorbei – verlassen und allein bin ich –
Vierzehn Tassen Wein – trink ich aus und denk an dich
– Zum Beispiel Die Mutter Von Heather Nova // Schrank –

25
Der Junge neben mir mit dem Orientschwert, spielt die Blockflöte verkehrt.
Der andere Bub, er spielt den Mohren, hat wohl die Kreide verloren.
– Sternsinger // Felsen –

26
Ich setze Segel auf dem Meer und streiche sie dann mit Zidane in den Farben von Real Madrid Borussia Mönchengladbach an.
Dazu spielt ein Kind Mundharmonika – „Enter Sandman“ von Metallica weht sein Fähnchen im Wind, fragt wo die anderen sind
[…]
Mit im Boot sitzt ein Matrose – er ist tot – und rubbelt Lose
– Uganda  // Stadtranderholung –

27
– Aber´ne Wurst // Internationale Hits –

28
Ich weiß jetzt was ich will:
Ich will ne rothaarige Frau als Mann.
[…]
Wie die eingelegte Gurke, verfeinert mit viel Dill;
man weiß was man bevorzugt, ich weiß jetzt was ich will.
– Gedanken Eines Schalentiers // Felsen –

Fan-Wimmelbild im kleineren Format

fan-wimmelbild

fan-wimmelbild
fan-wimmlebild
Das Fan-Wimmelbild kommt nicht nur an der Rolltreppe zum Einsatz, sondern in angepasster Form auch auf den Begleitmedien der DFM Museums-Rallye.

Konzept, Redaktion und Gestaltung:
DFM-Gästeservice – Nils Hotze | capito – Agentur für Bildungskommunikation GmbH | connect GmbH – Agentur für soziale Kommunikation

Washington Wall Design

Washington Wall Design

Ein nicht realisierter Entwurf für eine Wandgestaltung, den ich zu schade finde für die Schublade. Deswegen darf er hier etwas Online-Luft schnuppern.
Washington Wall Design
Foto: SKDesign